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Der Bombenbastler

Oberstaatsanwalt Albert zeigte sich erleichtert, dass die Briefbombenserie nun geklärt ist. Im Zimmer des Täters fand die Polizei Utensilien für zahlreiche weitere Bomben. «Es ist nicht auszudenken», so Albert, «was passiert wäre, wenn er so eine Gaskartusche als Paket verschickt hätte».

»Es gibt dazu bislang keinerlei Erklärungen“, gestand Andreas Ruch, Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums, gestern ein. »Wir haben kaum psychologische Erfahrungswerte mit Briefbombenlegern. Wir wissen nur eins: Die sind alle krank im Kopf.«

Postskriptum:

Pädagogischer und familientherapeutischer Aufwand angesichts eines Risikofalls:
Geschätzt 80.- Euro für den Kurzbesuch einer Sozialpädagogin und Hinterlassen einer Visitenkarte.

Polizeilicher Aufwand angesichts von neun Knallbriefen, von denen einer zu harmlosen Verletzungen führte:
Geschätzt 2 000 000.- Euro für ein Jahr Fahndung durch eine 50-köpfige Sonderkommission, Projektierung und teilweise Durchführung eines Massen-DNA-Tests für 5000 Einwohner.

Ergebnis: Der Tod eines jungen Mannes, der etwas mehr Aufmerksamkeit gebraucht hätte, als er bekam.

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