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Unsere Traumatisierten

Sie sind eine Art Frühwarnsystem für Krisen der Vermittlung und der Glaubwürdigkeit von Politik; wir sollten ihnen nicht Gefolgschaft leisten, wohl aber Aufmerksamkeit schenken und versuchen, gerade auch aus ihren Fehlern zu lernen.
Wer überlebt und bewältigt hat, was den meisten Menschen ein gnädigeres Schicksal erspart, der hat auch mobilisieren müssen, was bei anderen in seelischen Tiefen schläft: den primitiven Narzissmus, die Grössenphantasie. Alle Menschen sind „Narzissten“; manche befriedigen ihre Eitelkeit unmittelbar, andere, indem sie diese ihren Gegnern mit Hilfe dieses Schmähwortes ankreiden. Während es naiv ist, einem klugen Menschen zu unterstellen, er identifiziere sich nach einem solchen Attentat grundsätzlich mit Terror-Opfern oder gar unbewusst mit terroristischen Verfolgern, ist anderseits diese Steigerung und Fixierung einer Phantasie, auserwählt zu sein, für das Verständnis des Verhaltens Traumatisierter sehr hilfreich. Sie sind radikaler, rücksichtsloser, sie reden nicht nur darüber, das Undenkbare zu denken, sondern sie tun es allen Ernstes. So haben sich Lafontaine und Schäuble zu Stacheln im Fleisch der Demokratie entwickelt. Ihr Schwung wird sie noch eine Weile tragen. Man kann nur hoffen, dass es der CDU besser gelingt, ihren Schäuble zu integrieren, als es die SPD mit Lafontaine leisten konnte.

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