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Kann keine Trauer sein

Die deutschen Kriegs- und Nachkriegskinder wuchsen in einem Wertevakuum auf, das durch den Rückgriff auf bildungsbürgerliche oder religiöse Traditionen oft auf verwirrende Weise gefüllt wurde. Die Dynamik von Überschätzung und Entwertung findet sich nicht nur im Wechsel der Generationen, sie hat auch typische Haltungen der Eltern gegenüber den in der Kriegs- und Nachkriegszeit geborenen Kindern geprägt:

  1. Die Kinder wurden in ihren Möglichkeiten überschätzt und überfordert, die Wunden der Eltern zu heilen und deren seelische Einschränkungen zu kompensieren.
  2. Die Eltern waren so sehr mit dem Überleben und dem materiellen Wiederaufbau beschäftigt, dass sie ihre Kinder körperlich versorgten und im Übrigen möglichst wenig von ihnen wissen oder mit ihnen sprechen wollten.

Kinder störten, wenn sie Zeit für so nutzlose Dinge wie Spiel oder Spaß beanspruchten. Sie machten den Eltern Sorgen, weil sie für emotionale Vielfalt, Verletzlichkeit und Offenheit standen, Eigenschaften, die die Abwehr der Eltern bedrohten, heimlichen Neid weckten und von einer Wirklichkeit kündeten, die den Eltern durch die seelischen Verletzungen und die unbewussten Schuldkomplexe verloren gegangen war.

2 Kommentare

  1. Iridium sagt

    Ich erkenne beim Überfliegen nicht, welchen Part Herr Schmidbauer, und welchen Part der Autor der Süddeutschen Zeitung geschrieben hat. Würde ich aber gerne, Headline und Herr Schmidbauer sind verheißungsvoll. Bitte mal sinnvoll zitieren.

  2. admin sagt

    Der Artikel stammt allein von Wolfgang Schmidbauer, der ihn für eine Serie in der SZ geschrieben hat. Davon ist ja an sich auszugehen, wenn man sich auf der Internetseite des Autors befindet, nicht?

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