Kolumnen
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Der Wirt Butterblume

Der Ehemann ist in seiner Größenphantasie erschüttert. Er hat das Geld seiner Liebsten nicht vermehrt, wie er fest glaubte, sondern es verloren und ihr so geschadet. Entsprechend vernichtet fühlt er sich selbst und erliegt der Täuschung vieler Depressiver: „Wenn es mir besser geht, kann ich auch wieder aktiv werden!“ Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wenn ich wieder aktiv werde, geht es mir auch besser.

In jedem von uns steckt etwas von dem Wirt Butterblume, der in Tolkiens Geschichte über den Herrn der Ringe ein Gasthaus an der Grenze zwischen dem Land der Hobbits und dem der Menschen betreibt. Er ist so vergesslich, dass er seinen eigenen Namen nicht wüsste, wenn ihn nicht seine Gäste ständig rufen würden.

Butterblume ist ein Symbol für unser narzisstisch bedürftiges Ich, das sich selbst nicht mehr gut genug finden kann, wenn ihm das nicht ständig von außen gesagt wird. Ohne Bestätigung durch Erfolg und Liebe sitzen wir da wie der arme Wirt, der auf einmal nicht mehr weiß, wie er heißt und was er soll.

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