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Von der Energiefront nichts Neues

Die Kommunisten haben es nicht besser gemacht. Sie haben vergessen, was Marx über die Übel der Ausbeutung der Natur sagt, haben auf Großindustrie gesetzt und die regenerativen Zyklen kleiner landwirtschaftlicher Betriebe oder nomadischer Völker nicht weniger schonungslos zerstört als der Westen. Unsere Lebensform, von der Mobilität bis zur Klimaanlage, vom Medienkonsum bis zur Straßenbeleuchtung und Heizung dominieren Energiejunkies, die sich panisch fürchten, weniger PS unter der Motorhaube und weniger Wärmegrade im Zimmer zu haben. Nicht weil sie das gerne tun und durchweg große Freude an Ölzentralheizungen und übermotorisierten Autos haben. Sondern weil es keine Alternativen gibt.

Eine Technokratie, die zuverlässig die nächsten zehntausend Jahre auf radioaktiven Müll aufpassen soll, war nicht in der Lage zu verhindern, dass die Bürger der Industriegesellschaften von einem schon jetzt instabilen Luxus abhängig wurden. Wir haben uns energiesüchtig machen lassen. Wir haben gedacht, das sei kein Problem. Die meisten, die es wissen hätten können, haben lieber ihre Profite eingesteckt als uns die Wahrheit zu sagen.

Jetzt sitzen Rentner in Eigenheimen und Pendler in Autos, die so beschaffen sind, dass ihre Opfer mit Zähnen und Klauen um billige Energie kämpfen, weil sie anders gar nicht mehr über die Runden kommen. Wenn nur ein Zehntel der Anstrengungen, die Natur auszubeuten, sich darauf richten könnte, Natur und menschliche Lebensqualität zu versöhnen – wir würden längst in Ökotopia leben, wo kein Auto schneller fährt, als ihm Solarzelle und Windrad den Akku füllen und wir Wohnungen durch unsere Körperwärme behaglich machen.

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