Alle Artikel mit dem Schlagwort: Krise

Das Finanzgewölbe

Ich ging an jenem Abend vor dem wichtigsten Tage meines Lebens in Würzburg spazieren. Als die Sonne herabsank, war es mir, als ob mein Glück unterginge. Mich schauerte, wenn ich dachte, dass ich vielleicht von allem scheiden müsste, von allem, was mir teuer ist. Da ging ich, in mich gekehrt, durch das gewölbte Tor sinnend zurück in die Stadt. Warum, dachte ich, sinkt wohl das Gewölbe nicht ein, da es doch keine Stütze hat? Es steht, antwortete ich, weil alle Steine auf einmal einstürzen wollen - und ich zog aus diesem Gedanken einen unbeschreiblich erquickenden Trost, der mir bis zu dem entscheidenden Augenblicke immer mit der Hoffnung zur Seite stand, dass auch ich mich halten würde, wenn alles mich sinken lässt.
So schrieb im Jahr 1800 der als preussischer Offizier und als Student der Mathematik gescheiterte Heinrich von Kleist

Von der Energiefront nichts Neues

Es gibt in Deutschland zur Zeit kaum einen Politiker, der sich nicht in die allgemeine Betroffenheit über die Katastrophe in den japanischen Atomkraftwerken einreiht. Es verwundert nicht, dass sich jetzt jene ärgern, die schon gegen die Atomindustrie kämpften, als das noch von eben diesen Politikern als weltferne Spinnerei, Technologiefeindschaft und Raub an einer sicheren Energieversorgung bekämpft wurde. In anderen Ländern sind die Menschen nicht so zimperlich.

Und was kann ich tun gegen die Angst?

Zu den großen Plagen des menschlichen Lebens gehört der Schmerz. Wenn uns etwas wehtut, sind wir sehr dankbar, wenn es wieder aufhört. Und doch ist völlige Schmerzunempfindlichkeit ein gefährliches, sehr seltenes Krankheitsbild. Die betroffenen Personen sind alles andere als glücklich mit ihrer Analgesie. Sie werden oft lebensbedrohlich verletzt, wenn beispielsweise Gliedmassen verbrennen oder erfrieren, ohne dass sie rechtzeitig gewarnt werden.