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Das Königreich von Saba und die „Brutstätte des Terrors“

Die Berichterstattung über den Jemen wird Südarabien nicht gerecht. Sie führt das politische Denken in eine gefährliche Richtung

Südarabien ist einzigartig. Nach dem Reich der legendären Königen von Saba, in dem vor dreitausend Jahren die fortschrittlichsten Bewässerungsanlagen der Welt entstanden, wurde der Jemen von jüdischen, christlichen und schließlich muslimischen Fürsten beherrscht. 1969 spaltete er sich in einen sozialistischen Süden und einen konservativen Norden. Heute sucht das wieder vereinte Land einen politischen Weg, in dem die arabischen Stämme immer noch eine wichtige Rolle spielen. Hier stehen einige der schönsten Städte der Erde – Schibam ist ein Venedig des Staubes – in einem Land mit einer hohen handwerklichen Kultur, vielfältigsten Traditionen und großem Stolz auf die Würde der Heimat.

Als am 26. September 1962 die Revolution gegen die Monarchie losbrach, verkündeten die Revolutionäre sechs Prinzipien, die bis heute die Grundlage der Verfassung sind:

  1. Befreiung des Volkes von Despotismus und Kolonialismus zugunsten einer Republik, in der alle Klassenunterschiede und Privilegien abgeschafft werden.
  2. Aufbau einer starken nationalen Armee, um das Land zu verteidigen und die Revolution zu beschützen.
  3. Verbesserung der Lebensbedingungen des Volkes in wirtschaftlicher, politischer und kultureller Hinsicht.
  4. Aufbau eines demokratischen Rechtsstaates auf den Prinzipien des wahren Islam.Nationale Einheit im Rahmen einer vereinten arabischen Staatengemeinschaft.
  5. Achtung vor der Charta der Vereinten Nationen und friedliche Zusammenarbeit mit allen Völkern und Nationen.

Wenn wir uns daran erinnern, wie viel Blut in Europa zwischen 1789 und 1945 vergossen wurde, ehe sich ähnliche Grundsätze durchsetzen ließen, gewinnen wir vielleicht etwas mehr Verständnis dafür, dass der Jemen noch Einiges vor sich hat.

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